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Stolpersteine - Troisdorf
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Haus Levi - Bergheim

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Gehen wir weiter zu Haus Nr. 8, einem großen, schönen Ziegelhaus, das heute die Kreissparkasse beherbergt. Hier wohnten Manuel und Tilla Levi, ein jüdisches Geschwisterpaar. Sie hatten ein Adoptivkind namens Helmut. Der Junge war Halbjude und kam von Siegburg. Später ließ er sich taufen und heiratete eine Nichtjüdin (Katholikin). Somit entging er den Verfolgungen der Nazis. Der Beruf von Herrn Levi war Schächter - Hausschlachtung auf Koschere jüdische Art. Verwiegend Kleinvieh, wie Lämmer und Ziegen kamen dort zur Schlachtung. In Bergheim nannte man ihn „Jeese-Jüd" - „Ziegen-Jude". Nebenher war Herr Levi Rabbiner - „jüdischer Priester". In Bergheim waren die Geschwister Levi beliebte, friedliche Leute. Leider wurden auch sie, wie viele andere Juden, von der Gestapo verhaftet und abtransportiert. Vorerst bis Much, wo sie vorübergehend in ein Lager eingepfercht und dann weiter zur Deportation Richtung Osten gebracht wurden. Man hat nie wieder was von ihnen gehört. So wie auch bei Familie M. Hirsch aus der Bergstrasse 27. Sämtliche Nachforschungen blieben erfolglos. Helmut Levi, der Adoptivsohn, heiratete und zog nach Siegburg. Das Haus verkauften später seine Kinder an die Kreissparkasse Siegburg - Zweigstelle Bergheim.

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entnommen aus:
Bergheim meiner Kindheit und Jugend
sowie weiterer persönlicher Erlebnisse
von Wilhelm Weis - 2005








berstr_27_bm.jpg

Links:

ganz links das Steinhaus der Familie Levi

Rechts:

auf diesem Gelände steht heute die Filiale Bergheim der Kreissparkasse

bergstr_27_bm_neu.JPG