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Stolpersteine - Troisdorf
Stolpersteine - Troisdorf

Newsletter vom 18.08.2006, 10:04:33

Betreff:


Demnig wird Alternativer Kölner Ehrenbürger
VON BARBARA AUS DER WIESCHE, KStA vom 17.6.2006

Köln -Der Kölner Künstler Gunter Demnig (58) ist ein Kämpfer gegen das Vergessen. Er hat bisher in Köln mehr als 1400 „Stolpersteine“ verlegt, kleine Betonquader mit einer Messingtafel, auf der die Wörter „Hier wohnte“ und darunter Name, Geburts- und Sterbedatum sowie Todesort eines Menschen eingestanzt sind, der dem Naziterror zum Opfer gefallen ist. Diese „Stolpersteine“ sind in den Boden vor den früheren Wohnhäusern der Getöteten eingelassen. Für dieses Engagement, das der Kölner Schriftsteller Günter Wallraff als einen „der wichtigsten Beiträge der Erinnerungskultur in Deutschland“ bezeichnet, soll Demnig die Alternative Kölner Ehrenbürgerschaft verliehen werden.

Verantwortlich für die Auszeichnung, die bisher erst einmal, und zwar an den Vingster Pfarrer Franz Meurer verliehen wurde, zeichnet das Bürgerkomitee „Alternative Kölner Ehrenbürgerschaft“. Dazu zählen 30 Persönlichkeiten, die nach eigenem Bekunden die Aufmerksamkeit „auf Bürger und Netzwerke“ lenken wollen, „die sich ohne finanzielle Ressourcen und oft abseits des Mainstreams der öffentlichen Meinung“ in Köln engagieren. Das Komitee begreife die Alternative Ehrenbürgerschaft nicht als Konkurrenz zur amtlichen städtischen Ehrung, versichert Mitglied Martin Stankowski, sondern als „unabhängige Anerkennung“. Alternativer Ehrenbürger werde, wer keine Chance auf die vom Stadtrat verliehene Ehrenbürgerschaft habe, ergänzt Peter Canisius.

Die „Stolpersteine“ - seit 1996 wurden bundesweit 8000 in 170 Orten verlegt - sind schlichte, aber aufrüttelnde Mahnmale, die auch Ärger machen. Immer wieder wehren sich Hausbesitzer dagegen. Die Aktion stößt bei jungen Leuten auf große Resonanz, Jugendgruppen haben Patenschaften übernommen. Ein Stein kostet 75 Euro. Inzwischen gibt es auch im Ausland Interesse an dem Projekt. Seine Auszeichnung erhält Demnig am 20. August 2006 vor dem Historischen Rathaus.



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